Yongchun White Crane in der Karatelehrer-Ausbildung

Im Rahmen der Karatelehrerausbildung der Deutschen Dan-Akademie unter der Leitung von Axel Binhack übernahm Werner Kottig vom Karate Gronau e.V. eine Unterrichtseinheit und gab den anderen Teilnehmern eine Einführung in die Kampfkunst des Weißen Kranichs aus Yongchun. Werner Kottig, selbst Teilnehmer der Karatelehrer-Ausbildung, gehört zu einer Gruppe von Karateka, die seit Jahren unter der Leitung von Haki Celikkol (Karate Gronau e.V.) nach Yongchun in der südchinesischen Provinz Fujian reist, um die Wurzel des Karate direkt an seinem Entstehungsort zu erforschen.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung über die Geschichte des White Crane und seiner Verbindung zum Karate ging es zur praktischen Erfahrung in die Sporthalle, wo Werner Kottig zunächst die erste Übungsform (Taolu) San Zhan demonstrierte. San Zhan, im örtlichen Dialekt Sam Chin, ist die zentrale Übung zum Erlernen der für das White Crane fundamentalen Bewegungsmuster. Dank der großen Erfahrung aller Beteiligten mit dem Karate konnten die Teilnehmenden bereits nach kurzer Zeit den Stand und die ersten Techniken gut umsetzen. Zügig wurde im praktischen Tun die enge und elementare Verbundenheit von Yongchun White Crane und den verschiedenen Karatestilen für alle erfahrbar und führte zu mehr als nur einem Aha-Effekt. Um einen möglichst breiten Einblick in das System zu ermöglichen, wurde im weiteren Verlauf eine komplexere Übungsform trainiert, die bereits eine ganze Reihe von Grundtechniken des White Crane enthält und für die Teilnehmenden ein unmittelbares Eintauchen und Erfahren ermöglichte. Die Zeit verging entsprechend wie im Flug – und in den angeregten Diskussionen im Anschluss kam der Wunsch auf, das Erlernte im nächsten Seminarabschnitt zu wiederholen und zu vertiefen. In dieser zweiten Einheit wird der Schwerpunkt auf der Übertragung der Prinzipien des White Crane in die Anwendung in einer direkten Auseinandersetzung liegen.